Über die Vielfalt historischer Landes-, Kloster- und Gemarkungs-grenzsteine um die waldeckische Kleinstadt Freienhagen

Auf den Gemarkungsgrenzen der waldeckischen Kleinstadt Freienhagen finden sich noch über 220 mehr oder weniger eindeutig identifizierbare historische Grenzsteine. Etwa 150 sind einfache Güter- und Gemarkungsgrenzsteine, deren Setzdaten sich vom 16. Jahrhundert bis in die jüngere Zeit erstrecken.
Durchweg über 500 Jahre alt sind mindestens 15 Grenzsteine, die einst die Territoriumsgrenzen der untergegangenen Klöster Volkhardinghausen und Höhn­scheid markierten.
Den höchsten Rang in der Grenzsteinhierarchie erreichen 46 Vertreter aus drei Gruppen waldeckischer Landesgrenzsteine – zu Hessen-Kassel (Ippinghausen), zu Hessen-Darmstadt (Höring-hausen), zu Kurmainz (Naumburg) – deren Setzdaten etwa 100 bis 400 Jahre zurückreichen.
Eine Sonderrolle nehmen 18 Basalt­säulen ein, welche wahrscheinlich schon sehr früh im Umfeld von Freienhagen zur Grenzmarkierung aufgestellt wurden.

Mit einer hier in Kürze eingestellten Webpublikation werden alle in den letzten zehn Jahren um die waldeckische Kleinstadt Freien-hagen entdeckten historischen Grenzsteine im Zusammenhang vorgestellt.
Die über die waldeckischen Landesgrenzsteine und die Klostergrenz­steine im Raum Bad Arolsen berichtenden Bücher (beim Waldeckischen Geschichtsverein erhältlich) werden erweitert und z.T. durch neue Befunde ergänzt.

Die Webdokumentation wird eingeleitet mit einer Beschreibung der naturräumlichen Lage des Grenzgebietes und einem kurzen Blick auf die Territorialgeschichte der Grenzan­rainer. Eingangs des Hauptteils wird die Vielfalt der Grenzsteine in Gruppen geordnet und mit ihren typischen Merkmalen erläuternd beschrieben. Es folgt eine reich bebilderte, in sieben Grenzabschnitte gegliederte Vorstellung aller Grenzsteinbefunde, welche dem Grenzverlauf im Uhrzeigersinn folgt. Wie üblich sind im Anhang die Befunde aller erkundeten Grenzstein­standorte mit Kurzbeschreibung und UTM-Koordinaten tabellarisch zusammengefasst.

Die alten Grenzsteine um Freienhagen sind wertvolle Geschichtsdokumente. Sie erzählen aus der Geschichte Freienhagens und seiner Grenznachbarn.
Die für einen einzelnen Ort wohl einmalige Vielgestalt verschiedener Grenzsteintypen bietet uns einen eindrucksvollen Einblick in die Grenzsteinhierarchie.
Die historischen Grenzsteine sollten in ihrer Vielgestalt möglichst vollständig an den angestammten Grenzpunkten geschützt und erhalten werden.

Grenzsteine Nr. 1 und Nr. 15 Preussen/Lippe bei Schieder Wiederentdeckt

Die auf unseren Grenzerkundungen zu den Landesgrenzsteinen des Hochstifts Paderborn im Raum Schieder an der Emmer und der Niese nicht gefundenen preußischen Grenzsteine Nr. 1 und Nr. 15 wurden kürzlich durch Herrn Ulrich Opel vom Heimatverein Schieder wieder aufgespürt.

Der wohl durch Ausspülungen der nah am Standort vorbeifließenden Niese gefährdete Grenzstein Nr. 1 ist transloziert. Er steht als Beispiel von 3 Grenzsteinen im Kreishaus Lippe, Detmold, Katasteramt, Etage 7.

Den durch Ufererosion der Emmer gefährdeten Grenzstein Nr.15 hat der Schäfer Marx vor einigen Jahren etwas weiter auf die Wiese am Kuhkamp gezogen und damit ein Verschwinden des Steins in der Emmer verhindert. Die Abbildungen zeigen Fotos von Ulrich Opel.